Modernes Heimtraining

Neulich kam mir ein ganz großartiger Song von Queen in den Sinn. Es wäre nämlich mal wieder an der Zeit für den “Sommerputz” – also Fenster und Balkon. Und dafür soll ich auf andere, viel nettere Freizeitaktivitäten – zum Beispiel Attack oder Skaten oder… oh, da fiele mir doch so einiges ein – verzichten?! Glaubt mir, mein einziger Gedanke war: I want to break free! 😡

Jetzt mal ehrlich: Putzen ist lästig. Anstrengend. Man hat danach häufig Rückenschmerzen. Das einzig Gute daran ist, dass man dabei laut Musik hören kann und niemand kann einem einen Vorwurf daraus machen – das ist wie bei Attack: Ohne laute Musik GEHT ES EINFACH NICHT. 😀 

Hey – das ist überhaupt ein interessanter Denkansatz: 

Vielleicht bin ich bisher einfach völlig falsch an die Sache herangegangen. 

Dass Putzen anstrengend ist, ist ja per se nichts Schlechtes. Es ist nur meist auf die falsche Art anstrengend – Stichwort “Rückenschmerzen”. Was, wenn ich aus einer Putz- eine Trainingseinheit mache? Dann könnte es auf die richtige Art anstrengend sein. 

Nehmen wir zum Beispiel das Staubsaugen (oder Wischen des Bodens): Normalerweise schleicht man dabei mit kleinen Schritten, gebeugter Haltung und immer krummer werdendem Rücken durch das Zimmer. Wie wäre es, wenn wir hier ein paar Lunges einbauen? Große und tiefe Ausfallschritte nach vorne bitte, dabei bleiben wir aufrecht, spannen den Bauch an, ziehen die Schultern tief und aktivieren auch noch unseren Rücken, indem wir den Staubsauger bzw. Wischmopp vor- und zurückbewegen. Pulse Lunges, wenn man länger an einer Stelle arbeiten muss, ansonsten kann man sich wunderbar mit Ausfallschritten vorwärts bewegen. Oder seitwärts: mit Side Lunges. Achtung, bei allen Lunges muss das vordere bzw. äußere Knie unbedingt außen bleiben, immer über der Fußmitte. (Details folgen demnächst in den Technik-Tutorials.) 

Ihr müsst Staub wischen? Die Regalbretter ganz unten sind immer besonders beliebt – wenn man sich gaaaanz weit nach unten beugen muss. Wie wäre es also mit ein paar schönen, tiefen, sauberen Squats? Und weiter oben? Wenn man es ordentlich macht, muss man hin und wieder auch mal etwas aus dem Regal nehmen – eine exzellente Gelegenheit für Bizeps Curls! Und anschließend muss alles wieder zurück an seinen Platz, so dass auch unser Oberarmstrecker, der Trizeps, nicht zu kurz kommt. Aber immer Haltung bewahren, bitte: Die Schultern bleiben unten, sonst wird es ineffektiv. Wir wollen, dass die Arme arbeiten, nicht die Rücken- oder Brustmuskulatur. Und verspannen wollen wir dabei schließlich auch nicht. Schwieriger kann es mitunter werden, wenn man mal die Deckenlampen abstauben möchte. Mit Zuhilfenahme eines langen Staubwedels könnte daraus aber ein sehr effizientes Training unserer Schulter-, Brust- und Rückenmuskulatur (hier insbesondere des Latissimus) werden. 🙂

Ähnlich geht ihr beim Fensterputzen vor. Bei bodentiefen Fenstern macht ihr nach unten hin Squats und dann streckt ihr euch wieder nach oben. Vielleicht mit einem kleinen Straight Jump, damit man auch ohne Hocker ganz oben ankommt? Bitte landet mit gebeugten Knien und fest angespanntem Bauch, um den Oberkörper zu stabilisieren. Und achtet unbedingt darauf, bei der Landung nicht mit den Knien nach innen zu knicken. 

Was gibt es noch zu tun? Ach ja – hin und wieder muss man unter dem Sofa oder Bett auch mal Staub wischen oder saugen; manchmal, um die Reichweite zu erhöhen, auf dem Boden liegend. Das könnte man einfach mal aus dem Hover heraus versuchen. Ganz schön anstrengend, aber super effektiv! 

und der Hover.

Letztendlich kann sogar Bügeln in eine Trainingseinheit umgewandelt werden: Wir tun etwas für unseren Bauch – genau gesagt, für die schrägen Bauchmuskeln -, wenn wir beim Bügeln immer konzentriert aus der Brustmitte heraus drehen und die Hüfte und den Bauchnabel immer gerade und parallel zum Bügelbrett ausgerichtet halten. Hallo schmale Taille!!! 

Wow, was für eine Trainingseinheit!! Echt FIBER – jetzt noch der richtige Soundtrack und dann macht Putzen richtig Spaß.
… Vielleicht. 😀

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