Auf in den Schlamm!

Kürzlich habe ich – schweren Herzens – meine Karten für die diesjährige Xletix-Challenge in München verkauft. Leider werde ich mich dieses Jahr nicht im Schlamm wälzen können. 🙁

Der glückliche Käufer hatte einige Fragen an mich, was mich dazu veranlasst, hier mal einen Erfahrungsbericht bzw. ein paar Tipps zur Verfügung zu stellen – er ist ja sicher nicht der Einzige, der dieses Jahr zum ersten Mal an einem der Xletix-Hindernisläufe teilnimmt.

Xletix-Hindernisläufe finden über den Sommer hinweg an mehreren Orten in Deutschland und einmal in Österreich statt. Alle Locations haben gemeinsam, dass es drei Distanzen gibt: S (ca. 6-8 km und 15 Hindernisse), M (zusätzliche 6-8 km mit 10 Hindernissen) und L (nochmal weitere 6-8 km mit weiteren 10 Hindernissen). Die Strecken bauen aufeinander auf und keine Runde wird mehrfach gelaufen.  
Man kann als Einzelperson antreten – hierfür gibt es bestimmte Zeitslots gleich morgens und das läuft dann unter dem Namen “Elite Heat” -, doch der eigentliche Sinn des Events ist es, den Lauf und die Hindernisse gemeinsam zu bewältigen. Man hilft sich gegenseitig, nicht nur im eigenen Team, sondern auch teamübergreifend.

Ich selber habe vier Challenges hinter mir – die ersten beiden vor drei Jahren und in den letzten zwei Jahren dann jeweils eine.

Kühtai in Tirol war mein erster Lauf und ich war ziemlich aufgeregt. Meine Freunde waren teilweise bereits das zweite Mal dabei, so dass ich zumindest jemanden hatte, der mir meine Fragen beantworten und praktische Tipps geben konnte. Kühtai läuft auch heute noch unter dem Motto “der höchste Hindernislauf der Welt”, da das Event auf ca. 2020m Höhe stattfindet und auf der L-Distanz ca. 1500 Höhenmeter zu überwinden sind. Da wir uns wegen der Lage und der Höhenmeter nicht ganz sicher waren, wie anstrengend der Lauf werden würde, entschieden wir uns hier für die S-Distanz. Eine gute Entscheidung: An dem Tag war es leider recht kalt und teilweise nieselte es, so dass wir froh waren, als wir schließlich durchs Ziel liefen. Insgesamt hat es aber trotzdem viel Spaß gemacht, obwohl die Stimmung, wie mir meine Freunde, die im Vorjahr bereits an der Süddeutschland-Challenge bei Ingolstadt teilgenommen hatten, versicherten, nicht so gut gewesen sei: zu “elitär” und kaum Partystimmung.

Das konnte ich natürlich zu dem Zeitpunkt nicht einschätzen, doch nachdem ich dann einen Monat später bei Ingolstadt gestartet war, konnte ich dieser Aussage wirklich nur zustimmen. In den folgenden zwei Jahren blieben wir daher auch in Süddeutschland, gingen aber auf die M-Distanz über, die definitiv das beste Verhältnis Laufstrecke zu Anzahl und vor allem Qualität der Hindernisse hat. 😀 (Die S-Distanz war uns nun zu wenig, aber über mehrere Kilometer Sandsäcke zu schleppen, wie es auf der L-Distanz damals gefordert wurde, sprach uns auch nicht wirklich an, also blieben wir bei der goldenen Mitte und haben es nie bereut.)
Seit zwei Jahren findet die Süddeutschland-Challenge auf dem Messegelände München-Riem statt. Der Vorteil dieser wirklich großartigen Location ist, dass Zuschauer häufig bis ganz an die Hindernisse herankommen und die Läufer anfeuern können. Ich hatte in einem Jahr meine Nichte und meinen Neffen dabei, für die das dadurch wirklich aufregend war. Darüber hinaus hatten wir in München – wie auch schon in Ingolstadt – auch noch jedes Mal großes Glück mit dem Wetter, es war immer richtig heiß, so dass wir uns mit besonders viel Elan auf/in die Wasser-Hindernisse stürzten.

Apropos Hindernisse – hier eine kleine Auswahl:

Schlamm-Hindernisse

Eines kann ich euch versprechen: Es macht richtig Spaß, sich der „Schlammsuhlerei“ einfach mal hinzugeben. Man kriecht durch Schlamm unter Stacheldraht hindurch, man taucht durch Schlamm unter Autorreifen hindurch (oder quetscht sich durch die Zwischenräume), man läuft durch ein großes tiefes Schlammloch (und verliert dabei gerne mal die Schuhe – Achtung, Schnürsenkel unbedingt extra fest binden!!). Der Schlamm ist zwar glitschig aber irgendwie auch schön kühl, was vor allem an warmen Tagen ziemlich angenehm ist.

Wasser-Hindernisse

Durch Eiswasser tauchen (und ich meine Eiswasser mit Eiswürfeln und ja, der Kopf muss auch unter Wasser), eine riesige Wasserrutsche hinuntersausen, ein Stück durch einen kalten See schwimmen – klasse. Dann ist der Schlamm endlich runter, denkt man. Aber natürlich kommt das nächste Schlamm-Hindernis bestimmt… 😀

Körperlich herausfordernde Hindernisse

Schon mal eine 4,50m hohe, schlammverschmierte und sehr rutschige Half-Pipe hinaufgelaufen? Oder eine 3-4 m hohe, senkrechte Wand? Nein? Dann aber los! Wie die Einzelkämpfer das machen, weiß ich nicht – aber im Team haben wir es immer geschafft. 🙂 Man klettert, läuft, springt, hangelt, robbt, schleppt die Teamkollegen auf Autoreifen durch die Gegend… es gibt durchaus auch körperlich herausfordernde Hindernisse. Aber keine Angst – wenn ihr es nicht schafft, ist das auch nicht schlimm – aber versuchen müsst ihr es. Sonst müsst ihr zur Strafe 20 Burpees hinlegen.

Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, es soll ja schließlich spannend bleiben. Dafür habe ich noch ein paar allgemeine Tipps & Infos für euch. Ich habe zwar nur Erfahrung mit den Locations in Tirol und in Süddeutschland, gehe allerdings davon aus, dass das Organisatorische an den anderen Orten ungefähr genauso abläuft:

  • Anmeldung: Einer muss zunächst ein Team anlegen, dem dann alle anderen beitreten können. Er oder sie ist also der Captain. 🙂 Für alle gilt: bei der Buchung Kreditkarte bereithalten!
  • Jedes Teammitglied kann bei der individuellen Anmeldung die Distanz wählen (dadurch, dass die Distanzen aufeinander aufbauen, startet man dennoch gemeinsam) und muss auch die Wunsch-Startzeit des Teams angeben, die allerdings nicht garantiert wird. Ca. 10 Tage vor dem Event bekommt man dann die endgültige Startzeit mitgeteilt und noch ein paar weitere Infos wie Streckenplan und Haftungsausschluss per Email zugesandt.
  • Weiterhin kann man (auch zu einem späteren Zeitpunkt) ein Parkticket vorbuchen (nur damit kommt man mit dem Auto auf das umliegende Gelände).
  • Anfahrt:
    • Kühtai: früh genug losfahren! Damals – vor drei Jahren – gab es nicht sehr viele Parkplätze, trotz des vorher gebuchten Parktickets war das ein echtes Problem.
    • München-Riem ist hingegen super organisiert. Es gibt ausreichend Parkplätze, aber auch die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist unproblematisch.
  • Am Tag des Events unbedingt mitnehmen: Ausweis, Eintrittskarte, Haftungsausschluss (am besten schon zu Hause ausfüllen), ggf. das Parkticket sowie Wechselklamotten (und zwar ALLES, ein kompletter Satz, denn nach dem Lauf ist alles nass und alles voller Schlamm).
  • Es gibt ein Zelt, in dem man einen Rucksack oder eine Tasche (mit den Wechselklamotten) abstellen kann, allerdings wird keine Haftung für den Inhalt übernommen. Bei uns ist aber nie etwas weggekommen. Dennoch würde ich Wertgegenstände zu Hause lassen, wenn sie nicht unbedingt vor Ort benötigt werden.
  • Duschen: Es gibt abgetrennte Duschbereiche für Mädels und Jungs. Die Duschen sind allerdings kalt (um nicht zu sagen: eiskalt). Dennoch kann ich nicht dazu raten, ohne Dusche wieder nach Hause zu fahren, es sei denn, man möchte mehrere Kilogramm Schlamm im Auto, in der Bahn und im Hausflur hinterlassen…. ;P (Apropos Schlamm – aus meinen Turnschuhen rieselte trotz einer Grundreinigung in der Waschmaschine noch wochenlang feiner Sand hinaus.)
  • Wo wir gerade von Schuhen sprechen: Ihr solltet nicht eure schönsten Klamotten oder besten Schuhe nehmen, denn wie gesagt – es wird alles schlammig und nass, da leiert beispielsweise der Gummizug einer Hose auch gerne mal aus… Nehmt lieber eine etwas ältere Garnitur, um die es nicht so schade wäre, falls man sie danach nicht mehr benutzen kann.
  • Es gibt ausreichend Toiletten (Dixi), vor allem im Start-/Zielbereich, aber auch immer mal wieder eines entlang der Strecke.
  • Verpflegung: Vor Ort gibt es Essen und Getränke, aber natürlich sind die nicht ganz billig. Wir haben es immer so gehalten, dass wir uns eine Kleinigkeit mitgenommen haben und den Rest vor Ort gekauft haben.

So ich denke, das waren alle nützlichen Infos, die ich euch an dieser Stelle mitgeben kann. Bleibt nur noch eines zu sagen: Diese Hindernisläufe sind eine echt coole Sache und machen einfach FIBEER Spaß. Also – worauf wartet ihr?

Bilder: https://de.xletix.com/

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