Lächeln bitte!

Neulich schrieb ich über die Kraft der Gedanken bzw. über mentales Training und wie wir dadurch – beispielsweise im Sport – bessere Leistungen erbringen können.

Unsere Körperhaltung hat Auswirkungen auf die Psyche.



Doch eines ist klar: Umgekehrt funktioniert das ebenfalls:




Beispiel: Gestern Mittag, total müde und schon halb im Fresskoma, erwischte ich mich dabei, wie ich mit hängenden Schultern und sehr lustlos zurück in Richtung Büro trottete.
Da sagte ich mir: NEIN! Jetzt richte dich auf – Schultern tief, Brust raus, Kinn hoch! Du kannst doch nicht so vor dich hinschleichen!

Und was geschah? Kaum hatte ich mich aufgerichtet, da fühlte ich mich tatsächlich besser! Ist das nicht fantastisch?

Diesen Zusammenhang zwischen Körper und Psyche kenne ich schon lange, auch, wenn ich ihn im Alltagstrott manchmal vergesse und ihn mir dann wieder bewusst vor Augen führen muss – wie zum Beispiel eben gestern Mittag. Das ist eigentlich ärgerlich, denn man kann diese Verknüpfung ganz wunderbar nutzen – nicht nur, um sich “hochzuziehen”, sondern auch, um schwierige oder unangenehme Situationen zu meistern und zu entschärfen.

Wenn man traurig ist, sollte man lächeln – das Lächeln ist im ersten Moment nicht echt, aber die Auswirkung dieser Bewegung auf unser emotionales Befinden ist dennoch positiv: Durch die Aktivierung der für das Lächeln zuständigen Muskeln werden positive Signale über unser Nervensystem an das Gehirn gesandt.
Dasselbe gilt, wenn man sich ärgert, genervt ist oder an einer Herausforderung knabbert.
Mit einem Lächeln auf dem Gesicht fällt einem auch eine schwierige Aufgabe leichter – nehmen wir als Beispiel den Marathonläufer Eliud Kipchoge, der beim Laufen lächelt, dadurch positive Signale an sein Gehirn sendet und sich so sehr schnell und dauerhaft in den Flow (auch “Runners high” genannt) versetzt. (Eliud Kipchoge hält übrigens seit 2018 mit einer Laufzeit von 2:01:39 Stunden den Weltrekord auf der Marathondistanz.)

Laut einer Studie der amerikanischen Wissenschaftlerin Amy Cuddy (März 2018)* führt das sogenannte “Power posing” oder “Postural feedback” (Haltungs-Feedback) dazu, dass man sich stärker fühlt: Wer beispielsweise vor einem wichtigen Termin oder einer Herausforderung zwei Minuten in einer aufrechten, offenen Pose dasteht, fühlt sich anschließend der Pose entsprechend kraftvoller und selbstbewusster. (Andersherum führt demnach eine verschlossene und in sich gesunkene Körperhaltung dazu, dass man sich klein und unwichtig fühlt.)

Nicht umsonst ist dies auch unsere “Attack-Position” – die Grundhaltung, die wir zu Beginn jeder Bodyattack-Stunde einnehmen und die wir wenn möglich bis zum Schluss halten sollten: Der Bauch ist fest, die Brust stolz, die Schultern tief (also weg von den Ohren), das Kinn erhoben – wir sind stolz und aufrecht. Echte Krieger eben. 🙂

Und so habe ich mir gestern wieder vorgenommen, auch im Alltag – außerhalb von Attack – verstärkt darauf zu achten, was mein Gesicht und meine Körperhaltung sagen – es wäre doch super FIBEEER, wenn ich mir das Leben durch diese Mechanismen etwas einfacher machen könnte, oder?

* www.forbes.com: “Power Posing Is Back: Amy Cuddy Successfully Refutes Criticism”, Beitrag vom 03.04.2018

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